
ETFs vs. Fonds: Warum ETFs oft die bessere Wahl sind
Aktuelle Studien bestätigen es immer wieder: ETFs (Exchange Traded Funds) performen langfristig oft besser als aktiv gemanagte Fonds. Der Grund ist simpel - niedrigere Kosten bedeuten mehr Rendite für dich. Während ein Fondsmanager versucht, den Markt zu schlagen (was nur selten gelingt), bildet ein ETF einfach einen Index nach. Das klingt langweilig, ist aber effektiv. Du zahlst weniger Gebühren und bekommst trotzdem die Marktrendite. Ein ETF auf den MSCI World kostet oft nur 0,1-0,2% pro Jahr, während aktive Fonds schnell 1-2% verschlingen. Diese Differenz summiert sich über Jahre zu einem beträchtlichen Betrag.
Ein ETF ist wie ein Korb voller Aktien, der an der Börse gehandelt wird. Kaufst du einen MSCI World ETF, investierst du automatisch in über 1.600 Unternehmen weltweit. Der ETF bildet den zugrunde liegenden Index passiv nach. Steigt der MSCI World um 2%, macht dein ETF dasselbe (minus minimale Gebühren). Fällt der Index, geht auch dein ETF runter. Du kannst ETFs jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen - genau wie einzelne Aktien. Das macht sie flexibel und liquide. Besonders praktisch: Viele Broker bieten ETF-Sparpläne an, mit denen du automatisch monatlich investierst.
Bei ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World kannst du langfristig mit 5-9% Rendite pro Jahr rechnen. Das ist ein Durchschnittswert über Jahrzehnte - einzelne Jahre können stark abweichen. 2022 verloren viele ETFs 10-20%, während sie 2021 oft 20-30% gewannen. Wenn du einen langen Atem hast und Schwankungen aushalten kannst, gleichen sich diese Höhen und Tiefen meist aus. Ein Beispiel: 100 Euro monatlich in einen MSCI World ETF könnten bei 6% Jahresrendite nach 20 Jahren zu etwa 46.000 Euro werden (bei 24.000 Euro eingezahlt). Das ist kein Versprechen, sondern eine Modellrechnung basierend auf historischen Daten.
ETFs sind nicht risikofrei. Sie schwanken mit den Märkten und können auch deutlich fallen. Das Risiko hängt vom jeweiligen Index ab:
- MSCI World ETFs: Ausgewogen durch breite Streuung
- Sektor-ETFs (z.B. nur Technologie): Höheres Risiko
- Schwellenländer-ETFs: Noch volatiler
- Bond-ETFs: Meist weniger schwankend
Die Volatilität kann 10-30% pro Jahr betragen. Das bedeutet: Aus 10.000 Euro können schnell 7.000 Euro werden - oder 13.000 Euro. Wenn du das Geld in den nächsten 5 Jahren brauchst, sind ETFs eher ungeeignet.
ETFs punkten in mehreren Bereichen gegenüber aktiven Fonds:
- Niedrige Kosten: Oft unter 0,5% pro Jahr
- Transparenz: Du weißt immer, was drin ist
- Flexibilität: Börsentäglich handelbar
- Breite Streuung: Hunderte bis Tausende Aktien in einem Produkt
- Einfacher Zugang: Über jeden Broker verfügbar
- Sparplanfähig: Schon ab 25 Euro monatlich möglich
Besonders der Cost-Average-Effekt bei Sparplänen ist wertvoll: Du kaufst automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger bei hohen Kursen.
Auch ETFs haben ihre Schattenseiten:
- Marktrisiko: Fällt der Markt, fällt dein ETF mit
- Keine aktive Steuerung: Bei Krisen gibt es keinen Manager, der gegensteuert
- Tracking Error: Kleine Abweichungen vom Index sind normal
- Währungsrisiko: Bei ausländischen ETFs kann der Wechselkurs beeinflussen
Zudem musst du selbst entscheiden, wann du kaufst oder verkaufst. Bei aktivem Fonds macht das theoretisch der Manager für dich (auch wenn er oft falsch liegt).
Die Studienlage ist klar: ETFs schlagen langfristig oft aktive Fonds, hauptsächlich wegen der niedrigeren Kosten. Für den Vermögensaufbau sind sie eine solide Wahl, besonders über ETF-Sparpläne. ETFs ersetzen nicht die Notwendigkeit einer durchdachten Anlagestrategie. Du solltest trotzdem überlegen: Welche Märkte willst du abdecken? Wie viel Risiko verträgst du? Wie lange kannst du das Geld entbehren? Wenn du bereit bist, Schwankungen zu akzeptieren und einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren hast, können ETFs ein effizientes Werkzeug für deinen Vermögensaufbau sein. Der Einstieg über Sparpläne macht es besonders anfängerfreundlich.
Erste Schritte
- 1Anlageziel und Zeithorizont festlegen - mindestens 10 Jahre für ETF-Investments einplanen
- 2Risikobereitschaft ehrlich einschätzen und passende ETF-Kategorie wählen
- 3Online-Broker vergleichen und Depot eröffnen - auf niedrige ETF-Sparplan-Gebühren achten
- 4Mit einem breit gestreuten ETF wie MSCI World starten - später bei Bedarf erweitern
- 5ETF-Sparplan einrichten und regelmäßig die Performance überprüfen, aber nicht zu oft ändern
Fakten & Überblick
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Finloom Tipp
"Cost-Average-Effekt nutzen: Starte mit einem monatlichen ETF-Sparplan ab 25 Euro. So kaufst du automatisch bei hohen und niedrigen Kursen und glättest Schwankungen über die Zeit. Das reduziert das Timing-Risiko und macht den Einstieg entspannter."
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