
Dönerladen eröffnen: Schritt für Schritt zum eigenen Imbiss
Ein Dönerladen ist ein Gastronomiebetrieb, der sich auf Döner Kebab und ähnliche Speisen spezialisiert hat. Du kaufst Zutaten ein, bereitest die Gerichte zu und verkaufst sie direkt an Kunden. Das Geschäft funktioniert sowohl zum Mitnehmen als auch zum Vor-Ort-Verzehr. Neben dem klassischen Döner kannst du dein Angebot erweitern: Falafel, Pizza, Salate oder Getränke bringen zusätzliche Einnahmen. Manche Läden bieten auch Catering-Services für Firmen oder Events an. Der große Vorteil: Döner ist ein bewährtes Konzept mit stabiler Nachfrage. Die meisten Menschen kennen das Produkt und wissen, was sie erwartet.
Das Geschäftsmodell basiert auf dem Prinzip der schnellen Gastronomie. Du kaufst Fleisch, Gemüse, Brot und andere Zutaten zu Großhandelspreisen ein und verkaufst die fertigen Döner mit einer Gewinnmarge. Deine Haupteinnahmequellen sind:
- Döner und andere warme Speisen (70-80% des Umsatzes)
- Getränke (hohe Gewinnmarge)
- Beilagen wie Pommes oder Salate
- Zusatzprodukte wie Desserts oder Snacks
Die Gewinnmarge liegt typischerweise bei 60-70% auf die Speisen, bei Getränken sogar höher. Ein Döner kostet dich etwa 2-3 Euro in der Herstellung und wird für 5-7 Euro verkauft.
Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark vom Standort und deiner Effizienz ab. Ein kleiner Dönerladen kann monatlich 8.000 bis 20.000 Euro umsetzen, größere Läden in guten Lagen auch 30.000 Euro oder mehr. Nach Abzug aller Kosten bleiben etwa 10-25% als Gewinn übrig:
- Bei 10.000 Euro Umsatz: 1.000-2.500 Euro Gewinn
- Bei 20.000 Euro Umsatz: 2.000-5.000 Euro Gewinn
- Bei 30.000 Euro Umsatz: 3.000-7.500 Euro Gewinn
Deine größten Kostenpunkte sind Miete (15-20%), Wareneinsatz (30-35%), Personal (20-25%) und sonstige Betriebskosten. Ein gut laufender Dönerladen kann durchaus ein solides Vollzeiteinkommen generieren.
Als Dönerladen-Betreiber übernimmst du verschiedene Aufgaben, besonders in der Startphase machst du vieles selbst. Tägliche Aufgaben:
- Einkauf und Warenbeschaffung
- Vorbereitung der Speisen (Fleisch schneiden, Gemüse putzen)
- Kundenbedienung und Kassenführung
- Reinigung und Hygienemaßnahmen
- Bestandskontrolle und Nachbestellung
Wöchentliche und strategische Aufgaben umfassen Personalplanung, Marketing, Buchhaltung und die Entwicklung neuer Angebote. Mit der Zeit kannst du viele operative Tätigkeiten an Mitarbeiter abgeben und dich auf die Geschäftsführung konzentrieren.
Ein erfolgreicher Dönerladen steht und fällt mit wenigen kritischen Faktoren. Der wichtigste ist die Lage: Du brauchst einen Standort mit hoher Laufkundschaft. Weitere Erfolgsfaktoren sind:
- Gleichbleibend hohe Qualität der Zutaten
- Freundlicher und schneller Service
- Saubere, einladende Atmosphäre
- Wettbewerbsfähige Preise
- Zuverlässige Öffnungszeiten
- Mundpropaganda durch zufriedene Kunden
Viele erfolgreiche Dönerläden bauen sich über Jahre einen festen Kundenstamm auf. Stammkunden sind Gold wert, weil sie regelmäßig kommen und das Geschäft weiterempfehlen.
Die größte Herausforderung ist der intensive Wettbewerb. In vielen Städten gibt es bereits mehrere Dönerläden, du musst dich also abheben können. Weitere Herausforderungen:
- Lange Arbeitszeiten, besonders am Anfang
- Steigende Rohstoffpreise bei stabilem Verkaufspreis
- Einhaltung strenger Hygienevorschriften
- Schwankende Nachfrage (wetterabhängig, saisonbedingt)
- Personalfindung und -führung
Die Lernkurve ist überschaubar, wenn du strukturiert vorgehst. Die meisten Abläufe sind standardisiert und lassen sich schnell erlernen. Wichtig ist, dass du von Anfang an auf Qualität und Hygiene achtest.
Ein Dönerladen eignet sich für dich, wenn du bereit bist, voll einzusteigen und körperlich zu arbeiten. Du solltest Spaß am Kundenkontakt haben und auch bei Stress freundlich bleiben können. Besonders geeignet ist das Geschäft für Menschen mit gastronomischer Vorerfahrung oder solche, die ein bewährtes Konzept umsetzen wollen. Das Startkapital von mindestens 30.000-50.000 Euro sollte verfügbar sein. Der Dönerladen ist kein passives Einkommen, sondern erfordert deinen vollen Einsatz. Dafür bietet er die Chance auf ein solides Vollzeiteinkommen und langfristig die Möglichkeit, das Geschäft zu erweitern oder weitere Standorte zu eröffnen.
Erste Schritte
- 1Schritt 1: Erstelle einen detaillierten Businessplan mit Marktanalyse deiner Stadt und Finanzplanung für mindestens 2 Jahre
- 2Schritt 2: Suche potenzielle Standorte und analysiere die Kundenfrequenz zu verschiedenen Tageszeiten
- 3Schritt 3: Hole alle nötigen Genehmigungen ein: Gewerbeanmeldung, Gaststättenerlaubnis und Gesundheitszeugnis
- 4Schritt 4: Vergleiche Angebote für Ausstattung (Dönergrill, Kühlschränke, Theke) und hole mehrere Kostenvoranschläge ein
- 5Schritt 5: Schließe Verträge mit Großhändlern für Fleisch, Gemüse und andere Zutaten ab
- 6Schritt 6: Plane deine Personalausstattung und beginne mit der Mitarbeitersuche
- 7Schritt 7: Entwickle eine Marketingstrategie für die Eröffnung und erstelle Social-Media-Kanäle
- 8Schritt 8: Führe einen Probebetrieb durch, bevor du offiziell eröffnest
Fakten & Überblick
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Finloom Tipp
"Teste deine Standort-Qualität vor der Vertragsunterzeichnung: Beobachte die Kundenfrequenz zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen. Ein guter Dönerstandort hat mindestens 200 Passanten pro Stunde in der Mittagszeit. Zusätzlich sollten Büros, Schulen oder Bahnhöfe in der Nähe sein."
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