
Coffee Bike: Mobile Kaffee-Bar als Zusatzeinkommen
Ein Coffee Bike ist ein mobiles Café auf Rädern – meist ein umgebautes Fahrrad oder Lastenrad mit eingebauter Kaffeemaschine, Mühle und allem nötigen Zubehör. Du fährst damit zu verschiedenen Standorten und verkaufst frisch gebrühten Kaffee direkt an Passanten. Die Idee ist simpel: Statt dass Kunden zu dir ins Café kommen, fährst du zu ihnen. Das kann der Marktplatz am Samstagmorgen sein, die Fußgängerzone zur Mittagspause oder ein Firmenparkplatz am frühen Morgen. Du bist flexibel und kannst dort sein, wo die Nachfrage gerade hoch ist. Der Markt für Coffee Bikes wächst stetig, weil sie eine kostengünstige Alternative zu stationären Cafés darstellen und gleichzeitig den Trend zu mobilem, authentischem Street Food bedienen.
Du kaufst oder mietest ein ausgestattetes Coffee Bike und suchst dir profitable Standorte. Das Geschäftsmodell basiert auf direktem Verkauf von Kaffee und anderen Getränken an Laufkundschaft. Typische Standorte sind:
- Belebte Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen
- Märkte und Veranstaltungen
- Firmengelände (nach Absprache)
- Parks und Grünanlagen
- Bahnhöfe und öffentliche Plätze
Du kaufst Rohkaffee, Milch und Zubehör ein und verkaufst den fertigen Kaffee mit einer Gewinnmarge von etwa 60-80%. Ein Kaffee für 3 Euro kostet dich in der Herstellung etwa 0,60-1,20 Euro. Viele Coffee Bike Betreiber erweitern ihr Angebot um Snacks, Tee oder kalte Getränke, um den Durchschnittsumsatz pro Kunde zu erhöhen.
Der Verdienst hängt stark von deinem Zeitaufwand, den gewählten Standorten und der Qualität deines Angebots ab. Realistisch kannst du erwarten:
- Nebenberuflich (wenige Stunden pro Woche): 200-800 Euro pro Monat
- Halbtags (20-25 Stunden): 800-1.500 Euro pro Monat
- Vollzeit: 1.500-3.000 Euro pro Monat
Tagesumsätze von 50-200 Euro sind an guten Standorten durchaus möglich. Bei Events oder Märkten können die Umsätze deutlich höher liegen. Die ersten Monate dienen meist dem Testen verschiedener Standorte und dem Aufbau einer Stammkundschaft. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, welche Plätze zu welchen Zeiten am profitabelsten sind.
Der Alltag mit einem Coffee Bike ist abwechslungsreich und umfasst verschiedene Bereiche: Operatives Geschäft:
- Kaffee zubereiten und Kunden bedienen
- Standorte anfahren und das Bike aufbauen
- Ware einkaufen und Lagerbestand verwalten
- Reinigung und Wartung von Bike und Ausrüstung
- Standortgenehmigungen einholen und pflegen
- Buchhaltung und Abrechnung
- Marketing und Social Media Aktivitäten
- Terminplanung für Events und Märkte
Administrative Aufgaben: Der Kundenkontakt steht im Mittelpunkt – du baust persönliche Beziehungen zu Stammkunden auf und lernst ihre Vorlieben kennen. Das macht den Job lebendig, erfordert aber auch eine gewisse Offenheit und Kommunikationsfähigkeit.
Mehrere Faktoren entscheiden über deinen Erfolg mit einem Coffee Bike: Standortwahl ist entscheidend: Eine hohe Fußgängerfrequenz zur richtigen Zeit macht oft den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust aus. Teste verschiedene Plätze systematisch und dokumentiere die Ergebnisse. Qualität überzeugt: Guter Kaffee spricht sich herum. Investiere in hochwertige Bohnen und eine zuverlässige Maschine. Kunden merken den Unterschied und kommen wieder. Freundlicher Service bindet Kunden: Ein Lächeln und ein kurzer Plausch können aus einem einmaligen Kauf eine regelmäßige Kundenbeziehung machen. Effektives Marketing erhöht die Sichtbarkeit: Social Media, ein auffälliges Bike-Design und Mundpropaganda helfen dabei, bekannt zu werden. Ein einzigartiges Angebot hebt dich von der Konkurrenz ab – seien es spezielle Kaffeesorten, hausgemachte Snacks oder ein besonders freundlicher Service.
Ein Coffee Bike bringt auch einige Herausforderungen mit sich, die du kennen solltest: Wetterabhängigkeit ist ein Realitätsfaktor: Bei Regen oder starkem Wind bleiben die Kunden weg. Plane alternative Indoor-Optionen oder nutze diese Zeit für administrative Aufgaben. Genehmigungen können komplex sein: Jede Stadt hat andere Regeln für Straßenverkauf. Informiere dich früh beim Gewerbeamt und plane ausreichend Zeit ein. Der Wettbewerb ist in manchen Gebieten hoch: Andere Coffee Bikes, Bäckereien oder Cafés kämpfen um dieselben Kunden. Eine klare Positionierung hilft. Saisonale Schwankungen beeinflussen den Umsatz: Im Winter verkaufst du weniger als im Sommer. Plane deine Finanzen entsprechend. Die Anfangsinvestition ist nicht unerheblich: Ein ausgestattetes Coffee Bike kostet zwischen 8.000-15.000 Euro. Prüfe auch Leasing-Optionen oder den Kauf eines gebrauchten Bikes.
Ein Coffee Bike eignet sich für dich, wenn du Lust auf direkten Kundenkontakt hast, flexibel arbeiten möchtest und bereit bist, bei jedem Wetter draußen zu stehen. Es ist eine gute Möglichkeit, sich ein solides Zusatzeinkommen aufzubauen oder sogar hauptberuflich selbstständig zu werden. Besonders geeignet ist die Idee für Menschen, die:
- Erfahrung in der Gastronomie oder im Verkauf haben
- Sich schrittweise selbstständig machen möchten
- Eine überschaubare Anfangsinvestition bevorzugen
- Gerne mobil und an verschiedenen Orten arbeiten
Der Einstieg ist überschaubar, wenn du strukturiert vorgehst und dir realistische Ziele setzt. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür für profitable Standorte und optimale Abläufe. Das ist machbar, auch ohne große Vorerfahrung in der Gastronomie.
Erste Schritte
- 1Marktanalyse durchführen und potenzielle Standorte in deiner Region identifizieren
- 2Businessplan erstellen mit Kostenaufstellung und realistischen Umsatzprognosen
- 3Coffee Bike auswählen und Finanzierungsoptionen prüfen (Kauf, Leasing, gebraucht)
- 4Gewerbeanmeldung und erforderliche Genehmigungen beim zuständigen Amt einholen
- 5Zuverlässige Lieferanten für Kaffee, Milch und Zubehör finden und Preise vergleichen
- 6Erste Ausrüstung besorgen und Abläufe bei einem Testlauf optimieren
- 7Social Media Kanäle einrichten und erste Marketingmaßnahmen planen
- 8Stammkundschaft an ein bis zwei festen Standorten aufbauen
Fakten & Überblick
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Finloom Tipp
"Starte mit einem günstigen gebrauchten Coffee Bike und teste verschiedene Standorte systematisch. Führe ein Standort-Tagebuch mit Umsätzen, Wetter und Wochentag. So findest du schnell deine profitabelsten Plätze und kannst deine Route optimieren."
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