
Gerüstverleih: Baugerüste vermieten und Geld verdienen
Du kaufst Gerüstmaterial und vermietest es an Bauunternehmen, Handwerker und Privatpersonen. Überall wo gebaut, saniert oder gewartet wird, werden Gerüste benötigt. Das macht diese Branche relativ krisensicher. Dein Gerüstpark kann aus verschiedenen Systemen bestehen: Rahmengerüste, Modulgerüste oder Spezialgerüste für bestimmte Anwendungen. Zusätzlich zur reinen Vermietung kannst du auch Auf- und Abbauservice anbieten. Das Geschäft läuft regional. Du belieferst Kunden in deinem Umkreis und baust dir einen Stamm aus Handwerksbetrieben auf, die regelmäßig Gerüste brauchen.
Deine Einnahmen entstehen durch Mietgebühren. Die Preise richten sich nach Gerüsttyp, Mietdauer und Region. Typisch sind Tagessätze zwischen 1-3 Euro pro Quadratmeter Gerüstfläche. Zusätzliche Einnahmequellen:
- Auf- und Abbauservice (oft 30-50% der Mietkosten)
- Transportkosten und Anlieferung
- Verkauf von Zubehör wie Planen oder Netzen
- Wartung und Reparatur für andere Gerüstbauer
Die Auslastung ist entscheidend für deinen Erfolg. Gerüste, die im Lager stehen, kosten nur Geld. Deshalb ist eine gute Disposition wichtig – wann welches Gerüst wo gebraucht wird.
Die Verdienstspanne ist groß und hängt stark von deinem Gerüstbestand ab. Ein kleiner Betrieb mit grundlegender Ausstattung kann 50.000-150.000 Euro Jahresumsatz erzielen. Größere Unternehmen mit umfangreichem Gerüstpark erreichen mehrere Millionen Euro Umsatz. Der Gewinn liegt meist zwischen 10-30% des Umsatzes, abhängig von Effizienz und Auslastung. Realistische Startsituation: Mit einer Investition von 50.000-100.000 Euro in Gerüstmaterial kannst du bei guter Auslastung einen Jahresgewinn von 15.000-40.000 Euro erwarten. Das Geschäft ist skalierbar – mehr Gerüste bedeuten mehr Verdienstpotenzial.
Dein Arbeitsalltag ist vielfältig und meist körperlich anspruchsvoll:
- Angebote erstellen und Kunden beraten
- Gerüste auf- und abbauen (körperlich fordernd)
- Material transportieren und lagern
- Gerüste warten, reparieren und pflegen
- Aufträge planen und disponieren
- Rechnungen schreiben und Zahlungen verfolgen
Viel Zeit verbringst du auf Baustellen. Du musst früh aufstehen, bei jedem Wetter arbeiten und schwere Gerüstteile tragen. Ohne körperliche Fitness und handwerkliches Geschick wird es schwierig.
Sicherheit steht an erster Stelle. Unfälle mit Gerüsten können verheerend sein – sowohl menschlich als auch finanziell. Investiere in hochwertiges Material und halte alle Sicherheitsvorschriften ein. Weitere wichtige Faktoren:
- Zuverlässigkeit bei Terminen (Baustellen warten nicht)
- Faire Preise bei guter Qualität
- Schnelle Reaktionszeiten bei Anfragen
- Aufbau eines Stamm-Kundennetzwerks
- Effiziente Lagerhaltung und kurze Transportwege
Digitale Tools helfen bei der Organisation. Software für Auftragsverwaltung und Lagerhaltung macht dich effizienter als Konkurrenten, die noch mit Excel arbeiten.
Das hohe Startkapital ist die größte Hürde. Gerüstmaterial ist teuer und du brauchst ausreichend Bestand für eine gute Auslastung. Leasing kann den Einstieg erleichtern, kostet aber mehr. Weitere Herausforderungen:
- Saisonale Schwankungen (Winter ist oft schwächer)
- Harter Preiskampf mit etablierten Anbietern
- Hohe Haftungsrisiken bei Unfällen
- Diebstahl und Vandalismus auf Baustellen
- Fachkräftemangel bei qualifizierten Gerüstbauern
Die Lernkurve ist steil. Du musst Gerüsttechnik, Sicherheitsvorschriften und Baustellenabläufe verstehen. Ohne Vorerfahrung im Baubereich brauchst du mindestens 6-12 Monate, um die Grundlagen zu beherrschen.
Der Gerüstverleih ist ein solides Geschäftsmodell für Menschen mit ausreichend Startkapital und körperlicher Belastbarkeit. Du brauchst handwerkliches Verständnis und solltest früh aufstehen können. Perfekt für dich, wenn du:
- Über 50.000+ Euro Startkapital verfügst
- Körperlich fit bist und gerne anpackst
- Bereits Kontakte im Baubereich hast
- Ein eigenes Lager und Fahrzeug organisieren kannst
Weniger geeignet, wenn du hauptsächlich vom Büro aus arbeiten möchtest oder das nötige Kapital fehlt. Das Geschäft ist planbar und skalierbar, aber definitiv nichts für Warmduscher.
Erste Schritte
- 1Marktanalyse in deiner Region durchführen und Konkurrenz prüfen
- 2Businessplan erstellen und Finanzierung klären
- 3Gewerbe anmelden und notwendige Versicherungen abschließen
- 4Geeignete Lagerfläche finden und anmieten
- 5Erstes Gerüstmaterial beschaffen oder leasen
- 6Transportfahrzeug organisieren oder mieten
- 7Erste Kontakte zu Handwerksbetrieben knüpfen
- 8Online-Präsenz aufbauen und Marketingmaterial erstellen
Fakten & Überblick
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Finloom Tipp
"Starte mit einem spezialisierten Gerüstsystem statt Universalgerüsten. Fokussiere dich zunächst auf eine Nische wie Fassadenrenovierung oder Dacharbeiten. Das reduziert das Startkapital und du lernst die Bedürfnisse deiner Zielgruppe besser kennen."
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